Architekturbezogene Metallgestaltung

Handlauf für ein Privathaus

"Einfach, schlicht, zurückhaltend, nicht aufdringlich, ausreichend wenig aber mit einem gewissen Kniff".

Diese Bedürfnisse der Menschen am Ort decken sich mit meiner Wahrnehmung der örtlichen Architektur. Der Handlauf folgt ganz klar und einfach der Treppenlauflinie und ist somit sehr selbstverständlich in den architektonischen Raum integriert. Durch den logisch der Form folgenden Richtungswechsel vom Greifelement in das Pfostenelement besteht er dennoch als eigenständiges Element.

In der Biegung wirkt das Schmieden als traditionelle Umformtechnik in zeitgemäßer Gestalt als wesentliches Merkmal der Handlaufform. Sie gibt Ihm die nötige Spannung in seiner Einfachheit.

Die Oberfläche ist verzinkt, geschwärzt und gewachst. Sie erzeugt eine Zugehörigkeit der im Hauseingangsbereich verwendeten Materialien zueinander und schafft somit eine große Harmonie der in Ihrem Sinn jeweils unterschiedlichen Objekte.

Metallunikate im privaten Wohn- und Lebensraum                                                                                              - Masterthesis: Grenzgestaltung

Metallarbeiten im privaten Wohnbereich werden oft nachträglich hinzugefügt. Dies geschieht meist unter Vernachlässigung der Zugehörigkeit einzelner Objekte zueinander, zur Architektur und zur privaten Wohnatmosphäre. Wenn ein Ort in seinem Wesen verstanden wird, kann ein Gestaltungskonzept erarbeitet und somit grundlegend und zielführend gestaltet werden. Die entstehende Einheit von Materialanmutung, Formsprache und Gestalt der Objekte bildet einen Mehrwert sowohl für den formalen architektonischen, als auch für den persönlichen Wohnraum.

 

Das Thema habe ich im Kontext eines privaten Wohngebäudes erarbeitet und unterschiedliche Objekte aus drei verschiedenen Bereichen des Wohnraumes exemplarisch umgesetzt: Eine Grenzgestaltung, eine Leuchterkollektion für den Innen- und Außenbereich sowie ein Feuerbesteck.

 

Die Grenzgestaltung definiert sich im Wesentlichen durch eine offene Begrenzung des Raumes, ohne diesen zu verschließen. An den offensichtlichen Zugangsbereichen neben dem Gebäude wird die Eintrittsmöglichkeit zum Grundstück sehr deutlich durch die flächigen Gartentore
begrenzt. Die von den Gartentoren ausgehenden, weiterführenden Grenzstehlen sind jedoch sehr offen gestaltet. Die Grenzgestaltung wirkt sich durch die großzügigen Abstände der Stehlen mehr einbettend bzw. rahmengebend als abgrenzend auf das Gebäude und den Raum aus. Die Metallobjekte integrieren sich eigenständig aber harmonisch in die Atmosphäre des architektonischen Raumes.

Eine Linienkomposition der Erinnerung                                                                                                                - das skizzenhafte Nachempfinden des Gewesenen

1. Preis im Wettbewerb zur Neugestaltung der Sakristeiruine der Ev. luth. Kirchengemeine >St. Lamberti<  in Hildesheim

 

Der Entwurf bietet eine Komposition aus zwei gleichförmigen, aber unterschiedlich positionierten Linienelementen. Diese ergeben sich aus der skizzenhaft nachempfundenen Außenkontur der zerstörten Sakristei. Die Beziehung der beiden Linien zueinander symbolisiert die Beziehung zwischen Bau, Zerstörung und Wiederaufbau. Das Hinfallen und das Wiederaufstehen.
Die Sakristeiruine erzeugt in ihrer derzeitigen Gestalt eine sich selbst ausgrenzende Haltung. In diesem Entwurf wird die Ruine in den freien Platz integriert. Die Komposition schafft eine raumgreifende Situation und befördert eine Verbindung der Räume und verleiht dem Ort eine sehr viel höhere Präsenz, als er es derzeit aufweist.
Die Komposition soll aus Cortenstahl gefertigt werden, da sich dieses Material gestalterisch gut einfügt und da es beständig, aber nicht makellos ist.

Zweiter eingereichter Entwurf:

Eine Andachtskapelle für die Gemeinde - das Neue im Raum zwischen Zerstörtem und Rekonstruiertem

 

Der Freiraum zwischen Sakristeiruine und Kirche bietet die Möglichkeit eine Andachtskapelle für die Gemeinde entstehen zu lassen, die den Menschen einen Ort zum Gedenken bietet. Die Kapelle soll aus klaren, einfachen Formen bestehen, um sich in die vielseitige Architektur des Ortes einzufügen, ohne an Eigenständigkeit zu verlieren. Sie besteht, wie ein Monolit, aus einem einzigen Stück Stein, aus dunklem Beton gegossen. Im Inneren ist der Raum weiß. Die alten Mauern der Ruine bleiben erhalten, um an die Zerstörung zu erinnern. Der neue Bau wird darauf aufgebaut, sodass der neue Teil überwiegt.

Das leuchtende Kreuz in der vorderen Giebelwand betont die Narbe zwischen Zerstörten und Neugeschaffenen. Es wirkt als Symbol für den Tod. Erst auf den Tod erfolgt die Auferstehung und ermöglicht  somit den Neubeginn. Der Neubau in moderner und solider Gestalt soll das Beständige symbolisieren, das neben jeder Zerstörung bleibt und zeigen, dass zwischen Zerstörung und Wiederaufbau immer auch Raum für etwas Neues, für die Zukunft entsteht.

Toranlage für ein Zweifamilienhaus

Im Kontext des Baubestands sollte ein eigenständiger Entwurf geliefert werden, der sich auf die Bedürfnisse des Kunden und die des architektonischen Raumes bezieht. Der Entwurf sollte eine ökonomische Herstellung mittels der Verwendung industrieller Fertigungsverfahren ermöglichen.

Form und Komposition der Flächen, Linien und Körper beziehen sich auf die geradlinige, geometrisch konstruierte und strenge Formenwelt der Gebäudearchitektur, des Interieurs und des Charakters des Kunden. Die horizontal verlaufenden Linien bilden, wie auch Material, Farbigkeit und Oberfläche einen Bezug zur Eingangssituation am Gebäude.

Gartentor für ein Einfamilienhaus

Die Einfriedung soll die private Raumgrenze definieren ohne sie zu verschließen. Es soll eine Grenze geschaffen werden die sowohl Privatsphäre schafft, als auch Offenheit und Gastfreundlichkeit suggeriert. Das Gesamtkonzept der Renovierung soll im Entwurf  berücksichtigt werden um dem Gebäude insgesamt eine zeitgemäße Ausstrahlung zu geben.

Der Entwurf ist durch ein Wechselspiel aus geschlossenen und offenen Flächen mit einer strengen Linienführung definiert.
Er besitzt die nötige Geschlossenheit zur Abgrenzung des privaten Raumes und suggeriert zu gleich die Offenheit der Bewohner.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© David Müller Design